Zum Abschied von Esther: „Du bist und bleibst anwesend“

21. Juli 2021

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In seiner Trauerrede für Esther Bejarano am 18. Juli 2021 fand Rolf Becker, ihr langjähriger Weggefährte und „kleiner Bruder“, berührende Worte.

„…siehe, wir haben herausgefunden, dass diese Erde groß genug ist; dass sie jedem hinlänglichen Raum bietet, die Hütte seines Glücks darauf zu bauen; dass diese Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle arbeiten und nicht einer auf Kosten des anderen leben will; und dass wir nicht nötig haben, die größere und ärmere Klasse an den Himmel zu verweisen.“ (Heinrich Heine, aus: Die romantische Schule, 1833/1836)

Liebe Edna, lieber Joram, liebe Familie,
liebe Freundinnen und Freunde vom Auschwitz-Komitee und von der VVN-BdA,
liebe mit uns Abschiednehmende,

mit den zitierten Worten von Heinrich Heine eröffnete Esther vor wenigen Wochen, am 3. Mai, ihr Erinnern an das Ende des 2. Weltkriegs, an ihre Befreiung nach den Leidensjahren in Auschwitz und Ravensbrück, zugleich an unser aller Befreiung von der faschistischen Herrschaft in Deutschland zwischen 1933 bis 1945, den dunkelsten Jahren nicht nur deutscher, sondern bisheriger Menschheitsgeschichte.

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Wir werden sie nie vergessen: Ehrenpräsidentin Esther Bejarano gestorben

10. Juli 2021

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Heute Nacht ist unsere Ehrenpräsidentin Esther Bejarano ruhig und friedlich eingeschlafen.

Wir alle kannten Sie als eine Frau von großer Entschiedenheit und geradezu unglaublichem Elan, die viele von uns noch bis vor kurzem auf der großen Bühne erleben durften. Zuletzt saß sie am 8. Mai auf unserer kleinen Bühne im Hamburger Gängeviertel und erzählte von ihrer Befreiung am 3. Mai 1945 durch Soldaten der Roten Armee und der US-Armee, die kurz nacheinander in der kleinen Stadt Lübsz eintrafen. Dort hatte Esther mit einigen Freundinnen aus dem KZ Ravensbrück Unterschlupf gefunden, nachdem sie gemeinsam dem Todesmarsch entflohen waren.

Wenige Tage zuvor, am 3. Mai, den sie ihren zweiten Geburtstag nannte, hat Esther sich noch mit einer Video-Botschaft zum Tag der Befreiung an uns alle gewendet. Darin bezog sie noch einmal deutlich Stellung zu aktuellen Auseinandersetzungen in der Stadt Hamburg und im ganzen Land. Obwohl sie dabei schon im Rollstuhl saß, waren ihre Worte klar und ihre Stimme kräftig:

https://www.auschwitz-komitee.de/5249/esther-bejarano-wir-sind-da-meine-befreiung-im-mai-1945-und-meine-hoffnungen/

Wir verdanken Esther viel; sie war immer da, wenn wir sie brauchten.

Als 1990 zum ersten Mal ein Bundessprecher:innenkreis gewählt werden sollte und dafür Personen gesucht wurden, die Tradition und „Neuanfang“ verkörperten, stand sie dafür zur Verfügung und wurde eine unserer ersten Bundessprecherinnen in einer Zeit, in der wir der Diffamierung des Antifaschismus als „diskreditiert“ und „überkommen“ entgegentreten mussten. Sie hat einen großen Anteil daran, dass das gelungen ist.

Zum 50. Geburtstag der VVN richtete sie zusammen mit Peter Gingold einen bewegenden „Appell an die Jugend“:

https://perlavitamovie.files.wordpress.com/2013/08/appell-an-die-jugend-vers-2005-esther-bejarano-und-peter-gingold-doc.pdf

Als im November 2019 das Finanzamt für Körperschaften in Berlin unsere Gemeinnützigkeit bestritt, schritt sie mit ihrem flammenden Appell an Olaf Scholz „Das Haus brennt und Sie sperren die Feuerwehr aus“ ein und verbreiterte die öffentliche Debatte. Damit hat sie wesentlich zu unserem Erfolg in dieser Auseinandersetzung beigetragen.

Nun ist die unermüdliche „Zeitzeugin“ gegen Vergessen des historischen und Verharmlosen des aktuellen Faschismus, Mahnerin und Kämpferin für Menschenrechte, Frieden und eine solidarische Gesellschaft von uns gegangen. Sie wird uns fehlen, vielen von uns auch als verlässliche Freundin.

Wir denken ans sie in Dankbarkeit, Trauer und Liebe.

Nehmen wir ihre letzte öffentliche Botschaft als Vermächtnis und arbeiten wir weiter daran, dass der 8. Mai endlich auch in Deutschland ein Feiertag wird, so wie sie es in ihrer Rede am 3. Mai noch einmal vorgetragen hat:

„Ich fordere: Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschla­gung des NS-Regimes. Am 8. Mai wäre dann Gelegenheit, über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken: Über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – und Schwesterlichkeit.“

Veranstaltungshinweise: 80. Jahrestag des faschistischen Überfalls auf die Sowjetunion

21. Juni 2021

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Foto: Überfall_Sowjetunion_Gebirgs-Jaeger gehen im Morgengrauen über die deutsch-russische Interessengrenze, König, Lemberg, 22.6.1941. Bundesarchiv, Bild 146-2007- 0127 CC-BY-SA 3.0. Wikimedia

Am 22. Juni 2021 jährt sich der faschistische Überfall auf die Sowjetunion zum 80. Mal. Aus diesem Anlass gibt es bundesweit eine Reihe spannender Veranstaltungen:

Berlin
„Es war doch so ein schöner Sommertag.“ Der Überfall der faschistischen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22.6.1941, Kundgebung der Berliner VVN-BdA, 22. Juni 2021, 17:00 – 22:00 Uhr, Bebelplatz.

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Nächste Online-Veranstaltung „Verfassungsschutz schützt wen?“, Do 17. Juni, 18 Uhr

8. Juni 2021

Auf der Grundlage der Extremismus-Doktrin wurde der VVN-BdA die Gemeinnützigkeit aberkannt. Was besagt diese Doktrin und was steckt dahinter? In der 3. Veranstaltung unserer Reihe „Wer oder was ist eigentlich gemeinnützig? Geschichte, Gegenwart und Ausblick zum Kampf um die Gemeinnützigkeit der VVN-BdA“ geht es um die personelle und ideelle Geschichte des Verfassungsschutzes und der “Sicherheitsbehörden“ und darum, was der Extremismusdoktrin entgegenzusetzen ist.

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Wir erinnern – 80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

3. Juni 2021

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Am 22. Juni 2021 jährt sich der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion zum 80. Mal. Mit ihm begann ein Vernichtungskrieg schrecklichen Ausmaßes und mit Millionen von Toten. Wir erinnern an die Opfer des Krieges und alle Kämpfer:innen für die Befreiung!

Vor 80 Jahren, am 22. Juni 1941, überfielen die Armeen Hitlerdeutschlands und ihrer Verbündeten die Sowjetunion. Damit begann das letzte Kapitel der Aggression des deutschen Faschismus gegen die Länder und Menschen Europas und darüber hinaus. Doch dieser Krieg war nicht allein ein Eroberungskrieg um Raum und Ressourcen – gemessen an der zugrundeliegenden Ideologie und der Kriegsplanung war es ein Vernichtungskrieg gegen den „jüdisch-bolschewistischen“ Feind.

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Online-Veranstaltung „Nichts Neues: Repression gegen die VVN-BdA – ein historischer Überblick“ am 26.5., 19 Uhr

19. Mai 2021

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Die VVN-BdA ist eine Vereinigung mit einer langen Geschichte. Während der Entzug der Gemeinnützigkeit ein aktuelles Beispiel für Repression gegen die VVN-BdA ist, gehen die Versuche, die Arbeit der Vereinigung zu erschweren viele Jahre zurück. Beispiele hierfür sind u.a. das Verbotsverfahren, das 1962 endete, sowie Berufsverbote nach dem sogenannten „Radikalenerlass“ von 1972. In dieser Online-Veranstaltung werden wir der historischen Dimension der Repression gegen die VVN-BdA nachgehen und mit den eingeladenen Gästen diskutieren.

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Wir fordern: Der 8. Mai muss endlich Feiertag werden!

5. Mai 2021

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Am 8. Mai 1945 wurde das Nazi-Regime durch  den militärischen Sieg der Anti-Hitler-Koalition – der Streitkräfte der Alliierten, der Partisan*innen und Widerstandskämpfer*innen – über die Wehrmacht zerschlagen. Wir erinnern an die Befreiung Europas vom deutschen Faschismus und an die Befreier. Mit  besonderer Dankbarkeit erinnern wir an die mutigen Männer und Frauen die dem Nazi-Regime auch in Deutschland Widerstand geleistet haben.

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„Der Krieg ist zuende – und wir waren befreit!“ 8. Mai – Tag der Befreiung – muss Feiertag werden!

3. Mai 2021

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„Wir haben gesungen und geklatscht, es war eine fantastische Situation“ erzählt Esther Bejarano, Ehrenvorsitzende der VVN-BdA, im Interview über den Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus. Der 8. Mai 1945 – der Tag der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht – markierte das Ende eines todbringenden Krieges und den Beginn des Friedens in Europa.

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Buko 2021, Beschluss 6: 80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

30. April 2021

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2021 jährt sich zum 80. Mal der Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion. Der Bundesausschuss erstellt aus diesem Anlass Materialien, die auch in Zukunft – nicht ausschließlich für 2021 – verwendet werden können.

Bundeskongress 2021: Unsere Aufgaben bis 2024 (Leitantrag)

30. April 2021

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Hier der Leitantrag, wie er auf dem Bundeskongress vom 24. bis 25. April 2021 beschlossen wurde:

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