Beschluss 6: Rallye „Spurensuche Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945“

20. September 2021

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Der Bundeskongress schlägt allen Landesverbänden der VVN/BdA vor, sich mit dem Komplex „Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945“ zu befassen und dabei die  Erfahrungen des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen mit seinem Projekt „Spurensuche Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945“ zu nutzen.

Beschluss 7: Antifaschistische Positionen statt Nazis in die Parlamente

20. September 2021

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Die erfolgreiche Kampagne nonpd – NPD-Verbot-Jetzt! wird unter anderen Bedingungen fortgesetzt: Mit dezentralen Schwerpunkt-Aktionen in Wahlkämpfen, unterstützt durch die Bundesorganisation, wird versucht, Neofaschisten und Rassisten bei Ihrem Wahlkampf zu stören und ihren Einzug in Parlamente aller Ebenen zu verhindern, unabhängig in welcher Tarnung sie antreten. Mit der zentralen Forderung nach einem Verbot der NPD bleibt jeder Wahlkampf verbunden, wird jedoch konkret gegen die jeweiligen Gruppierungen geführt.

Die Aktion wird finanziert – ähnlich der vorhergehenden – durch gezielte Spendenkampagnen, durch den Verkauf der angebotenen wahlkampfunterstützenden Mittel zum Einkaufspreis und durch die Bundesorganisation.

Beschluss 8: Gegen jeden Antisemitismus

20. September 2021

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Die VVN-BdA wendet sich gegen jede Art und Form des Antisemitismus.

Nicht jede Kritik an israelischer Regierungspolitik und Akteuren der israelischen Gesellschaft ist von vornherein des Antisemitismus zu bezichtigen.

Die VVN-BdA unterstützt alle Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben zwischen Israel und seinen Nachbarn und alle Bemühungen um eine Friedenslösung zwischen Israel und den Palästinenser/innen, die den legitimen Interessen beider Seiten entspricht.

Für die VVN-BdA ist das Verhältnis zu Israel in erster Linie davon bestimmt, dass dort eine große Zahl von Überlebenden des Holocaust und deren Nachkommen leben. Israel ist der Zufluchtsort für Jüdinnen und Juden aus aller Welt.

Wer diese grundsätzliche Konsequenz nach der Shoah infrage stellt, kann für uns kein Bündnispartner sein. Das gilt insbesondere für extrem reaktionäre, frauen- und demokratiefeindliche Organisationen, die das Existenzrecht Israels nicht anerkennen.

Auch die israelische Gesellschaft ist gespalten: Rassismus, Nationalismus, religiöser Fundamentalismus und weitere reaktionäre Strömungen sind genauso vorhanden wie Friedensbewegung, Bürgerrechtsbewegung und die verschiedenen sozialistischen Strömungen.

Wir haben also Freunde und Bündnispartner in Israel, die an der gleichen „Welt des Friedens und der Freiheit“ arbeiten wie wir. Viele dieser KameradInnen stehen in Opposition zur israelischen Regierungspolitik oder stehen ihr zumindest kritisch gegenüber. Ein wichtiger Aspekt ihrer Überlegungen ist die Überzeugung, dass Israel nur in Frieden mit seinen Nachbarn überleben kann.

Die parlamentarische Demokratie in Israel erlaubt auch radikale Kritik. Reaktionäre Regierungspolitik erfordert auch in Israel radikale Kritik. Wer versucht, israelische Oppositionelle, die mit Sorge analysieren, welche katastrophalen Folgen die permanente Kriegssituation für die gesellschaftliche Entwicklung hat, zum Schweigen zu bringen,  kann für uns auch kein Bündnispartner sein. Die Vorstellung, deutsche Linke müssten die Grenzen zulässiger linker Kritik an israelischer Politik bestimmen, ist absurd.

Beschluss 9: Rettet das Leben von Mumia Abu-Jamal

20. September 2021

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Mumia Abu-Jamal, Ehrenmitglied der VVN-BdA seit 2002, ist in Lebensgefahr.

Die VVN-BdA setzt ihren Kampf für das Leben und die Freilassung des seit 30 Jahren in der Todeszelle inhaftierten schwarzen Journalisten Mumia Abu-Jamal fort.

Wir fordern alle Verbände und Gruppen der VVN/BdA auf, Öffentlichkeit herzustellen mit

– Vorführungen des Films “In Prison My Whole Life” und Informationsveranstaltungen

– Anträgen auf kommunaler Ebene

– Presseerklärungen

– Infoständen, Kundgebungen, Bündnisarbeit etc.

– Informationen über alle Aktivitäten werden an die US-Botschaft und an die Konsulate

– der Übernahme von Texten von und über Mumia Abu-Jamal auf die Internetseiten der VVN-BdA
 

– Spendensammlungen für die Verteidigung

– Unterstützung der Online-Petition auf http://www.petitiononline.com/Mumialaw/

– Schreiben an:        Mumia Abu-Jamal; AM 8335; SCI Greene Prison;

                                175 Progress Drive,    Waynesburg; PA 15370; USA

Hoch die internationale Solidarität!  Gegen die Todesstrafe!

„Seid unteilbar!“

8. September 2021

Denise Torres, Bundessprecherin der VVN-BdA, hat sich in ihrer Rede bei der Unteilbar-Demo am 4.9. gefragt: Der Hass der AfD – soll das „Normalität“ sein?

„Mein Name ist Denise, ich komme aus Frankfurt am Main und bin eine der Bundessprecherinnen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen, VVN-BdA.

Wir haben uns heute hier versammelt, um noch einmal vor der Bundestagswahl laut zu sagen, was uns wichtig ist, was wir wollen.

Wir setzen uns insbesondere mit dem Programm der AfD auseinander, die die „Normalität“ auf ihre Fahnen geschrieben hat und unschuldig tut, sich das demokratische Mäntelchen umhängt wie der Wolf im Schafspelz.

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VVN-BdA fordert kritische Kommentierung des Glockenspiels

26. August 2021

Der Bundesverband der VVN-BdA hat die Entscheidung des Brandenburger
Landesdenkmalamts zur Kenntnis genommen, das nachgebaute Glockenspiel
der ehemaligen Potsdamer Garnisonkirche in die Denkmalliste aufzunehmen.
Das Argument, dieses Glockenspiel sei ein „eigenständiges Denkmal der
jüngeren Zeitgeschichte“, können wir nur bedingt nachvollziehen.

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„Neofaschismus in Deutschland“

13. August 2021

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Die neue Ausstellung der VVN-BdA – jetzt bestellen in unserem Online-Shop: https://shop.vvn-bda.de/index.php/ausstellungskataloge.html

4. Online-Veranstaltung: Donnerstag, 5. August, 19 Uhr

29. Juli 2021

Nächste Woche findet die vierte und letzte Online-Veranstaltung unserer Reihe „Wer oder was ist eigentlich gemeinnützig? Geschichte, Gegenwart und Ausblick zum Kampf um die Gemeinnützigkeit der VVN-BdA“ statt. Wir widmen uns darin der Zukunftsperspektive – wie können wir uns als zivilgesellschaftliche Organisationen gegen formale Angriffe wie den Entzug der Gemeinnützigkeit wehren? Wie können wir uns gegenseitig unterstützen und unsere gesellschaftliche Teilhabe weiterhin sichern?
Dazu tauschen sich aus:

Jule Axmann (Attac)
Prof. Dr. Andreas Fisahn (Jura-Professor)
Andreas Goerke (Fulda stellt sich quer)
Dr. Vivian Kube (Juristin, Gesellschaft für Freiheitsrechte)
Thomas Willms (VVN-BdA)

Wir bedanken uns bei allen, die bei den letzten drei Online-Veranstaltungen so zahlreich erschienen sind und mitdiskutiert haben und freuen uns auf euch am Donnerstag, den 5. August, um 19 Uhr.

Zoom-Meeting beitreten
https://us06web.zoom.us/j/89493304092…
Meeting-ID: 894 9330 4092
Kenncode: z31cs1
Die Veranstaltung wird auf Facebook livegestreamed: @VVN-BdA

Zum Abschied von Esther: „Du bist und bleibst anwesend“

21. Juli 2021

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In seiner Trauerrede für Esther Bejarano am 18. Juli 2021 fand Rolf Becker, ihr langjähriger Weggefährte und „kleiner Bruder“, berührende Worte.

„…siehe, wir haben herausgefunden, dass diese Erde groß genug ist; dass sie jedem hinlänglichen Raum bietet, die Hütte seines Glücks darauf zu bauen; dass diese Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle arbeiten und nicht einer auf Kosten des anderen leben will; und dass wir nicht nötig haben, die größere und ärmere Klasse an den Himmel zu verweisen.“ (Heinrich Heine, aus: Die romantische Schule, 1833/1836)

Liebe Edna, lieber Joram, liebe Familie,
liebe Freundinnen und Freunde vom Auschwitz-Komitee und von der VVN-BdA,
liebe mit uns Abschiednehmende,

mit den zitierten Worten von Heinrich Heine eröffnete Esther vor wenigen Wochen, am 3. Mai, ihr Erinnern an das Ende des 2. Weltkriegs, an ihre Befreiung nach den Leidensjahren in Auschwitz und Ravensbrück, zugleich an unser aller Befreiung von der faschistischen Herrschaft in Deutschland zwischen 1933 bis 1945, den dunkelsten Jahren nicht nur deutscher, sondern bisheriger Menschheitsgeschichte.

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Wir werden sie nie vergessen: Ehrenpräsidentin Esther Bejarano gestorben

10. Juli 2021

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Heute Nacht ist unsere Ehrenpräsidentin Esther Bejarano ruhig und friedlich eingeschlafen.

Wir alle kannten Sie als eine Frau von großer Entschiedenheit und geradezu unglaublichem Elan, die viele von uns noch bis vor kurzem auf der großen Bühne erleben durften. Zuletzt saß sie am 8. Mai auf unserer kleinen Bühne im Hamburger Gängeviertel und erzählte von ihrer Befreiung am 3. Mai 1945 durch Soldaten der Roten Armee und der US-Armee, die kurz nacheinander in der kleinen Stadt Lübsz eintrafen. Dort hatte Esther mit einigen Freundinnen aus dem KZ Ravensbrück Unterschlupf gefunden, nachdem sie gemeinsam dem Todesmarsch entflohen waren.

Wenige Tage zuvor, am 3. Mai, den sie ihren zweiten Geburtstag nannte, hat Esther sich noch mit einer Video-Botschaft zum Tag der Befreiung an uns alle gewendet. Darin bezog sie noch einmal deutlich Stellung zu aktuellen Auseinandersetzungen in der Stadt Hamburg und im ganzen Land. Obwohl sie dabei schon im Rollstuhl saß, waren ihre Worte klar und ihre Stimme kräftig:

https://www.auschwitz-komitee.de/5249/esther-bejarano-wir-sind-da-meine-befreiung-im-mai-1945-und-meine-hoffnungen/

Wir verdanken Esther viel; sie war immer da, wenn wir sie brauchten.

Als 1990 zum ersten Mal ein Bundessprecher:innenkreis gewählt werden sollte und dafür Personen gesucht wurden, die Tradition und „Neuanfang“ verkörperten, stand sie dafür zur Verfügung und wurde eine unserer ersten Bundessprecherinnen in einer Zeit, in der wir der Diffamierung des Antifaschismus als „diskreditiert“ und „überkommen“ entgegentreten mussten. Sie hat einen großen Anteil daran, dass das gelungen ist.

Zum 50. Geburtstag der VVN richtete sie zusammen mit Peter Gingold einen bewegenden „Appell an die Jugend“:

https://perlavitamovie.files.wordpress.com/2013/08/appell-an-die-jugend-vers-2005-esther-bejarano-und-peter-gingold-doc.pdf

Als im November 2019 das Finanzamt für Körperschaften in Berlin unsere Gemeinnützigkeit bestritt, schritt sie mit ihrem flammenden Appell an Olaf Scholz „Das Haus brennt und Sie sperren die Feuerwehr aus“ ein und verbreiterte die öffentliche Debatte. Damit hat sie wesentlich zu unserem Erfolg in dieser Auseinandersetzung beigetragen.

Nun ist die unermüdliche „Zeitzeugin“ gegen Vergessen des historischen und Verharmlosen des aktuellen Faschismus, Mahnerin und Kämpferin für Menschenrechte, Frieden und eine solidarische Gesellschaft von uns gegangen. Sie wird uns fehlen, vielen von uns auch als verlässliche Freundin.

Wir denken ans sie in Dankbarkeit, Trauer und Liebe.

Nehmen wir ihre letzte öffentliche Botschaft als Vermächtnis und arbeiten wir weiter daran, dass der 8. Mai endlich auch in Deutschland ein Feiertag wird, so wie sie es in ihrer Rede am 3. Mai noch einmal vorgetragen hat:

„Ich fordere: Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschla­gung des NS-Regimes. Am 8. Mai wäre dann Gelegenheit, über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken: Über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – und Schwesterlichkeit.“

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