hma-meldungen 4-2026
20. Februar 2026
AfD, Bundeswehr, die Heimat, Hessen, Meiningen, Münster, NPD, Thüringen, Wetteraukreis
Straßenschilder mit ergänzenden Erklärtafeln
Münster. Im Mai 2025 hatte der Bezirksrat von Münster-Mitte mit Mehrheit beschlossen, mehrere Straßen umzubenennen. Es handelte sich um die Admiral-Spee-Straße, die Otto-Weddigen-Straße, die Langemarck- und die Skagerrackstraße. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass Personen und Orte Bezüge zur NS-Zeit haben. Straßennamen seien Ehrungen, und die Personen und Orte seien von den Nazis als Propaganda für den kommenden Krieg benannt worden. Dies so belassen zu wollen unterstütze falsches Heldentum. Eine Bürgerinitiative bildete sich und forderte einen Bürgerentscheid über die geplante Umbenennung. Sie argumentierte, dass die benannten Straßennamen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stammten und von den Nazis instrumentalisiert worden seien. Man fände es sinnvoller, statt die Straßenschilder zu ändern, ergänzende Erklärtafeln aufzuhängen. So könne man einen begehbaren Geschichtsort schaffen. Diese Variante setzte sich nun durch. Bei dem Bürgerentscheid stimmten – bei einer Wahlbeteiligung von nur gerade einmal einem Drittel der Wahlberechtigten – 52,4 % der WählerInnen für ergänzende Erklärtafeln (hma).
„Die Heimat“ kandidiert im Wetteraukreis
Hessen/Wetteraukreis. Die Partei „Die Heimat“, ehemals NPD, kandidiert zu den Kommunalwahlen am 15.März im Wetteraukreis. Hier hatte die NPD bei den Kommunalwahlen im Jahr 1989 immerhin noch 4,7 Prozent der Wählerstimmen erzielen können. Bei dieser Wahl gehe „es um mehr als nur Kreuze auf einem Zettel“, behauptet „Die Heimat“, es gehe um „die Entscheidung, ob der Wetteraukreis „seine Identität bewahrt oder im Einheitsbrei der Globalisierung untergeht“. Einen „Wahlkampf gegen das System“ gewinne man aber nicht mit schönen Worten allein, sondern mit Präsenz auf jedem Marktplatz und an jeder Straßenecke. Und daher benötige „Die Heimat“ dringend Spenden. Jeder Euro ist nun ein „Signal gegen die Arroganz der Macht“ und eine „Investition in den Widerstand“. Spitzenkandidat der „Die Heimat“ in Wetterau ist Daniel Lachmann, einst langjähriger NPD-Funktionär (hma).
Wegen AfD-Aktivitäten: Unehrenhaft entlassen
Thüringen/Meiningen. Die Bundeswehr hat den Stabsoffizier Christoph Heurich nach mehr als 20 Dienstjahren unehrenhaft entlassen. Der Major habe seine Dienstpflichten ernstlich verletzt und sei an exponierter Stellung für die AfD aktiv gewesen. Heurich sei 2015 in die AfD eingetreten und war stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverbandes Südthüringen. 2021 – der Thüringer „Verfassungsschutz“ hatte den AfD-Landesverband gerade als rechtsextremen Verdachtsfall eingestuft – verließ er die AfD. 2024 kandidierte Heurich erneut für die AfD zum Stadtrat und wurde gewählt. Dort gehört er der Fraktion der AfD an. Für die Bundeswehr sind seine Aktivitäten gleichbedeutend mit einer Parteimitgliedschaft. Außerdem habe Heurich im Internet problematische Beiträge zu Migrationspolitik und kriminellen Migranten mit „Gefällt mir“ markiert oder weitergeleitet. Ein Soldat sei aber verpflichtet, durch sein gesamtes Verhalten für die Erhaltung der freiheitlichen Grundordnung einzutreten. Er sei zu entlassen, wenn er in schwerwiegender Weise Bestrebungen verfolgt habe, die sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung oder die Sicherheit der Bundesrepublik richten (hma).












