Vor 85 Jahren – Deutscher Überfall auf die Sowjetunion
22. Juni 2026
Am 21. Juni jährt sich der Überfall des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion zum 85. Mal. Das „Unternehmen Barbarossa“ zur Eroberung von „Lebensraum im Osten“ war der Beginn eines beispiellosen Raub- und Vernichtungskriegs, dem nach heutigen Schätzungen mindestens 26 Millionen Menschen in der Sowjetunion zum Opfer fielen:
- Wo immer die Wehrmacht einzog, folgten die „Einsatzgruppen“, die Jüdinnen und Juden sowie Roma in ungezählten Massakern ebenso systematisch ermordeten wie Repräsentant:innen der Sowjetmacht, politische Kommissare und sämtliche Frauen, die sich der Roten Armee angeschlossen hatten.
- Allein in Belarus wurden mehr als 6.000 Dörfer zerstört, 628 mit der gesamten Bevölkerung vollständig ausgelöscht.
- 4.725.000 Männer, Frauen und Minderjährige wurden zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt.
- Während der 872 Tage währenden Belagerung Leningrads verloren dort 1.100.000 Einwohner:innen ihr Leben.
- Von 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen starben 3,3 Millionen an Hunger, mangelnder Kleidung und Unterkunft und damit verbundenen Krankheiten. In Buchenwald und Sachsenhausen wurden 18.000 sowjetische Kriegsgefangene in „Genickschussanlagen“ ermordet.
- Bei ihrem Rückzug vernichtete die Wehrmacht systematisch die Wirtschafts- und Verkehrsinfrastruktur nach dem Prinzip der „verbrannten Erde“.
Wir erinnern heute an alle Opfer dieses größten Kriegsverbrechens des Deutschen Reiches.
Wir erinnern auch an die Partisan*innen, die mit ungeheuren Verlusten den Vormarsch der Wehrmacht behinderten und an die Sowjetsoldaten, die bis nach Berlin marschierten, um Europa vom deutschen Faschismus zu befreien. Sie alle waren und bleiben auch unsere Befreier.
Die Sowjetunion ist zerfallen, seit dem russischen Überfall auf die Ukraine nimmt die Gefahr einer Ausweitung dieses Krieges stetig zu. Es erfüllt uns mit Sorge, dass die Bundesregierung darauf mit Hochrüstung und einem Kurs auf „Kriegstüchtigkeit“ reagiert.
Wir fordern vor dem Hintergrund unserer Geschichte, dass deutsche Politik Verantwortung übernimmt für die Rückkehr zu einer Politik der Rüstungskontrolle und Abrüstung, für die Stärkung multilateraler und internationaler Institutionen und diplomatischer und politisch tragfähiger Lösungen für diesen und andere Kriege: Friedensfähigkeit statt „Kriegstüchtigkeit“!








