hma-meldungen 20-2026

3. Oktober 2026

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Schatzmeister in Zwangspause

NRW. Gegen den Schatzmeister der NRW-AfD, Christian Blex, läuft ein Parteiausschlussverfahren. Laut WDR hatte der AfD-Bundesvorstand das Ausschlussverfahren eingeleitet. Blex wird u.a. vorgeworfen, beim Landesparteitag in Marl in vier separaten Fällen Parteimitglieder eingeschüchtert zu haben. Außerdem soll es zu Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Zahlungen an die AfD-Jugendorganisation gekommen sein. Bis zum Abschluss des Verfahrens kann Blex seine Tätigkeit als Schatzmeister der NRW-AfD nicht ausüben. Blex selbst weist die Vorwürfe zurück. Er sei zuversichtlich, die gemachten Vorwürfe entkräften zu können. Durch das Parteiausschlussverfahren schrumpft die Mehrheit des Lagers um NRW-Landeschef Vincentz im Landesvorstand auf Sechs zu Fünf. Bereits 2022 hatte Blex wegen einer umstrittenen Reise nach Russland Aufsehen erregt und war aus der Landtagsfraktion rausgeflogen. 2024 wurde er wieder in die Fraktion aufgenommen (hma).

Elsässer sieht Gefahr des „Westextremismus“

Jürgen Elsässer, Chefredakteur des extrem rechten Magazins „Compact“, sieht die Gefahr einer zunehmenden Unterwanderung der europäischen Rechten durch „Westextremismus“. Bereits in seiner Eröffnungsrede auf dem „Compact“-Sommerfest am 22.August in Stößen hatte er darüber gesprochen. Veröffentlicht wurde die Rede mit einer Kritik am AfD-Bundesvorstand – mit Rücksicht auf den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt – erst jetzt. Unangenehm aufgestoßen seien ihm zwei Vorgänge, so Elsässer. Drei Tage vor dem „Compact“-Sommerfest hatte der AfD-Bundesvorstand den geplanten AfD-Rednern (Jörg Urban, Matthias Moosdorf und Oliver Kirchner) verboten, auf dem Fest zu sprechen. Und drei Wochen später wurde ein geplantes Referat Elsässers zum Thema Debanking beim Arbeitskreis Finanzen der AfD kurzfristig abgesagt. Die AfD-Sprecher Chrupalla und Weidel hätten mit den Vorgängen nichts zu tun und sich bei ihm entschuldigt, erklärt Elsässer. Er sehe Veränderungen im Kräfteverhältnis im AfD-Bundesvorstand und in der Bundesgeschäftsstelle. Es seien „dort Kräfte am Werk, die nicht für die Partei stehen und noch nicht mal für den Bundesvorstand“. Nach dem letzten Bundesparteitag sei dort „ein gewisses Chaos entstanden, was einer kleinen Pressure Group von drei oder vier Vorstandsmitgliedern die Möglichkeit gibt, das Gremium sozusagen zu überspielen, weil die anderen sich noch nicht sortiert haben“. Da hätten sich Kräfte durchgesetzt, die für eine Aufrüstung der Bundeswehr stehen und „die Russen hassen“. Und aus diesem Grund auch „Compact“ hassen, weil das Magazin für das Gegenteil stehe. Man wolle es als eigenständigen Faktor aus der Meinungsbildung der Partei zurückdrängen, weil es einem Pro-NATO-Kurs im Wege stehe. Dahinter stehe nicht mal der AfD-Bundesvorstand und noch weniger die Ost-Landesverbände der AfD, zu denen man freundschaftliche Beziehungen unterhalte. Es gäbe eine wachsende Gruppe von „Westextremisten“, die aus der AfD dasselbe machen wollen wie aus den anderen Rechtsparteien in Europa, „nämlich treue Gefolgsleute von USA und Israel“. Und diese Kräfte griffen nun auch nach dem erfolgreichen Landesverband in Sachsen-Anhalt, wenn „dessen so genannter Vordenker Hans-Thomas Tillschneider…die Ansiedlung einer israelischen Drohnenfabrik in Sangerhausen offen befürwortet“. In Sachsen dagegen sei der Landesverband noch stabil und mobilisiere aktuell gegen eine amerikanisch-israelische Raketenfabrik in Leipzig. Er hoffe, dass sich dieser Kurs in der Partei durchsetze (hma).