Presseerklärung: Internationales Komitee Buchenwald Dora und Kommandos zum Ausschluss dreier Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis
20. März 2026
Buchhandlungspreis, Internationales Komitee Buchenwald Dora, Wolfram Weimer
Das IKBD sieht die Entscheidung des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer, drei Buchhandlungen intransparent und ohne nachvollziehbare Begründung von der Liste der für den Deutschen Buchhandlungspreis vorgeschlagenen Einrichtungen auszuschließen, mit großer Sorge.
Die deutsche und europäische Geschichte mahnt zur Wachsamkeit. Die öffentliche Stigmatisierung von Buchhandlungen oder Verlagen durch staatliche Stellen – insbesondere, wenn sie unter Berufung auf nicht offengelegte Erkenntnisse und unter Umgehung unabhängiger Fachjurys geschehen – erinnert an Traditionen von Ausgrenzung und kultureller Kontrolle, deren Folgen verheerend waren und nie vergessen werden dürfen.
Gerade im Bewusstsein der Verantwortung, die aus der Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager erwächst, warnt das IKBD entschieden vor solchen Entwicklungen. Die Freiheit des Buches und die Vielfalt der Stimmen sind unentbehrliche Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft.
Daher mahnen wir mit Nachdruck, dass staatliches Handeln im Kulturbereich den Prinzipien von Freiheit, Pluralität und Transparenz verpflichtet bleiben muss. Wenn eine Demokratie extremistische Tendenzen abwehrt und Schutzräume verteidigt, muss dies auf Basis offener Diskurse, klarer Regeln und rechtsstaatlicher Überprüfbarkeit geschehen. Willkürliche politische Einflussnahme, die Stimmen ohne offenes Verfahren ausschließt, verletzt den Geist einer offenen Kultur. Es ist Aufgabe des Staates, Räume für Meinungsvielfalt für alle, die sich klar zu den allgemeinen Menschenrechten bekennen, transparent zu schützen – nicht, sie durch undurchsichtige Eingriffe einzuengen.
Das Internationale Komitee Buchenwald Dora und Kommandos
Montreuil am 12. März 2026








