Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager in die Liste des Weltkulturerbes aufnehmen

geschrieben von Treffen der Internationalen Lagergemeinschaften

26. März 2026

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In einer Zeit, in der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa nicht mehr als selbstverständlich gelten, fordern internationale Komitees ehemaliger Konzentrationslager die europäischen Regierungen auf, diese bedeutenden Stätten zu schützen.

Nach der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager am Ende des Zweiten Weltkriegs schlossen sich ehemalige Häftlinge in verschiedenen internationalen Komitees zusammen, die nationale Komitees aus verschiedenen Ländern vertreten. All diese Komitees, die auf ehrenamtlicher Basis tätig sind, haben sich nicht nur für die Interessen der direkt Betroffenen und ihrer Angehörigen eingesetzt, sondern auch daran gearbeitet, würdige Gedenkstätten zu erhalten. In vielen Fällen mussten sie jahrelang darum kämpfen, Gedenkstätten einzurichten. Darüber hinaus haben sie sich konsequent für ein sichereres, geeintes Europa eingesetzt, in dem die Menschenrechte unumstößlich sind. Die Wahrung von Werten wie Frieden, Demokratie, europäische Sicherheit, Einheit, Brüderlichkeit und Menschlichkeit ist in den Satzungen der meisten Komitees verankert.

Derzeit teilen die internationalen Komitees die ernsthafte Sorge über Bedrohungen der Rechtsstaatlichkeit und antidemokratische Tendenzen sowohl in der europäischen als auch in der globalen Politik. Die europäische Sicherheit steht unter Druck, und die internationalen Spannungen nehmen zu. Gleichzeitig wird der Wert von Gedenkstätten geleugnet und in Frage gestellt.

Diese Gedenkstätten spielen eine entscheidende Rolle in der heutigen Erinnerungskultur. Sie sind authentische und greifbare Zeugnisse einer Zeit, in der die vollständige

Entrechtung von Menschen zu Massenverbrechen unvorstellbaren Ausmaßes führte. Darüber hinaus stellen die Gedenkstätten diese Ereignisse in einen breiteren

Kontext des Fehlens von Rechtsstaatlichkeit sowie von Grund- und Menschenrechten / dem Recht, Rechte zu haben (Hannah Arendt). Damit stellen sie Verbindungen zur Gegenwart her und dienen so als wichtige Mahnung. Es ist unerlässlich, dass Gedenkstätten ihre Arbeit fortsetzen können und vor jeglicher Form der historischen

Verfälschung oder des Missbrauchs für politische Zwecke geschützt sind. Aus diesem Grund haben die Europäische Kommission, das Europäische Parlament, der Europarat und alle Mitgliedstaaten 1991 einstimmig eine Entschließung verabschiedet, in der die Erhaltung und der Schutz von Gedenkstätten an den Standorten ehemaliger nationalsozialistischer Konzentrationslager gefordert wurden (Entschließung B3-0208, 0218, 0219, 0228 und 0284/93). Bis heute wurde diese Entschließung nicht auf der Ebene einer gemeinsamen europäischen Agenda umgesetzt.

Das UNESCO-Welterbe-Übereinkommen von 1972 zielt darauf ab, Stätten von außergewöhnlichem universellem Wert für die Menschheit für künftige Generationen besser zu bewahren. Neben dem internationalen Schutz, den die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste gewährt, fördert dieser Status auch das Verständnis zwischen den Kulturen.

Die oben genannten Gedenkstätten sind für die gesamte Menschheit von großer Bedeutung, da sie Orte sind, die sichtbar machen, was geschieht, wenn die Würde aller Menschen nicht geschützt wird. Ihr Wert, sowohl als Stätten als auch in ihrer Bedeutung, ist von universeller Bedeutung.

Daher fordern die unterzeichnenden internationalen Komitees und die mit ihnen verbundenen Gedenkstätten ihre Regierungschefs auf, diese Gedenkstätten für die Aufnahme in die Liste des Welterbes vorzuschlagen, sofern sie nicht bereits in der Liste aufgeführt sind.

Internationales Komitee Buchenwald, Dora und Commandos                    
Lena Carlebach

Internationales Dachau Komitee                                                              
Dominique Boueilh

Internationales Mauthausen Komitee                                                       
Guy Dockendorf

Internationales Natzweiler Komitee                  
Marjolijn de Loos                  

Amicale Internationale KZ Neuengamme                                                
Martine Letterie

Internationales Ravensbrück Komitee                                                     
Ambra Laurenzi

Internationales Sachsenhausen Komitee                                                
Dik de Boef

Associazione nazionale Ex Deportati Campi Nazisti (ANED)                    
Dario Venegoni

Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) –                      
Ulrich Schneider
Bund der Antifaschisten (FIR)                                   

Miejsee paicci i muzeum Auschwitz – Birkenau                                       
Dr. Piotr M.A. Cywinski

Gedenkstätte Bergen/Belsen                                                                  
Dr. Elke Grylewski
Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

Gedenkstätte Buchenwald                                                                      
Prof. Dr. Jens-Christian Wagner
Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora

KZ-Gedenkstätte Dachau                                                                       
Dr. Gabriele Hammermann
Stiftung Bayerische Gedenkstätten

KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora                                                             
Dr. Andreas Froese
Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora

KZ-Gedenkstätte Neuengamme                                                              
Prof. Dr. Oliver von Wrochem
Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück                                                   
Dr. Andrea Genest
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen                                           
Prof. Dr. Axel Drecol
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten