Gemeinsamer Aufruf zur Stärkung der Aufarbeitung des Kolonialismus

29. Juli 2026

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Beim Vernetzungstreffen „Geschichtskultur“ (13.–14. März 2026 in Hamburg) kamen erstmals über 300 Personen aus Erinnerungskultur, Kunst, Wissenschaft, Kulturbehörden- und -institutionen sowie der Zivilgesellschaft zusammen. Das Vernetzungstreffen hat die große Vielfalt der erinnerungskulturellen Landschaft sichtbar gemacht. Im Rahmen eines Open Space haben sich Vertreter:innen verschiedener (geschichts-)kultureller Einrichtungen über Empfehlungen zur Stärkung der Aufarbeitung des Kolonialismus verständigt und zur Unterzeichnung eingeladen.

Hamburger Aufruf zur Aufarbeitung des Kolonialismus

In Deutschland gibt es zahlreiche Initiativen, die über Jahrzehnte hinweg eine große Expertise zur Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit entwickelt haben. Sie ist Teil einer umfassenden bundesdeutschen Erinnerungskultur und gehört zur historischen Verantwortung der Bundesrepublik. Wir begrüßen das Vorhaben der Bundesregierung, die Aufarbeitung des Kolonialismus zu intensivieren und halten es für dringlich geboten, Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene umzusetzen.

Wir, die Unterzeichnenden, empfehlen:

1) Institutionelle Förderung:
Dauerhafte und auskömmliche Förderstrukturen für die Entwicklung von dezentralen Lern- und Gedenkorten zur Kolonialismus-Erinnerung und -Aufarbeitung sind notwendig.

2) Sichtbare Verortung:
Zusätzlich braucht es einen zentralen Lern- und Erinnerungsort zum deutschen Kolonialismus von internationaler Bedeutung mit hoher kultur- und politikhistorischer Relevanz. Hierfür bieten sich Standorte mit historischem Bezug zum Kolonialismus an.

3) Wissenschaftliche Forschung: Nationale und internationale Strukturen zur Erforschung der deutschen und globalen Kolonialgeschichte müssen ausgebaut und gefördert werden, ebenso die Erforschung institutioneller Involviertheit in kolonialhistorische Zusammenhänge.

4) Vermittlung:
Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus muss als Querschnittsthema in den Lehrplänen und in außerschulischen Bildungsangeboten verankert werden.

5) Kooperation:
Die Einbindung der Communitys und kolonialgeschichtlich belasteter Institutionen in die Entwicklung und Umsetzung dieser Maßnahmen und Forderungen ist wichtig.

Der Aufruf wird unterstützt von 

Erstunterzeichnende Institutionen:

Arbeitsgemeinschaft KZ-Gedenkstätten

  • KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen
  • Gedenkstätte Buchenwald
  • KZ-Gedenkstätte Dachau
  • KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
  • KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
  • KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
  • Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Arbeitsgemeinschaft Gedenkstätten zur Diktatur in SBZ und DDR (vertritt rund 40 Einrichtungen an historischen Orten der SED-Diktatur) 

Arbeitsgruppe der „Euthanasie“-Gedenkstätten 

  • Lern- und GeDenkOrt Alt Rehse
  • Gedenkstätte Hadamar
  • Gedenkstätte für die Opfer der NS-„Euthanasie“ Bernburg
  • Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde
  • Brandenburg an der Havel
  • Gedenkstätte Grafeneck – Dokumentationszentrum
  • Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und Groß-Schweidnitz

Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.

Aktionskomitee für ein Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager e. V.

AG Bildung e.V. 

Berlin Postkolonial e.V.

bielefeld postkolonial

BildungsBausteine e.V.

Bochum Dekolonial

Cultural Diversity e.V. Flensburg

Dachverband Hamburg Dekolonial e. V.

Decolonize Berlin e.V.

Dekoloniales Netzwerk Nordwest

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit (Stiftung Topographie des Terrors)

Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager

Erich-Zeigner-Haus e.V.

Fair Trade Stadt Hamburg/Mobile Bildung e.V.

Flensburg Postkolonial

fluxus² e.V. / fluctoplasma Festival

Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH)

Forum Decolonizing Academia, Universität zu Köln

Freiburg-postkolonial 

Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors

Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße / Stiftung Ettersberg

Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig

Gedenkstätte Lager Sandbostel

Geschichtsort Adlerwerke: Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager

Geschichtswerkstätten Hamburg e.V. 

Geschichtswerkstatt St. Georg e.V.

Göttingen Postkolonial 

Hamburg International Queer Film Festival

Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V.

Initative Riebeckstraße 63

Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD)

Initiative Perspektivwechsel e.V. 

International Committee of Memorial and Human Rights Museums (IC MEMOHRI), ICOM 

Karlsruhe postkolonial 

korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V.

Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit im Saarland

Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur e.V., Hamburg

Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein e.V. (LAGSH)

Monacensia im Hildebrandhaus, Münchner Stadtbibliothek

Museum Utopie und Alltag, Eisenhüttenstadt und Beeskow

Netzwerk der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen an Orten ehemaliger NS-Kriegsgefangenenlager

NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

NS-Dokumentationszentrum München

Projekt „Erinnerungskonzept zur Geschichte der Deutschen Kolonialschule“ angesiedelt an der Universität Kassel, Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften und Universät des Saarlandes, Professur für Kultur -und Mediengeschichte

Ökumenewerk der Nordkirche

Projektbereich UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft, RAA Berlin

Rostock Postkolonial. Initiative zur kritischen Auseinandersetzung mit kolonialer Geschichte und Kontinuitäten in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern

Sächsische Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

Salon International e.V. 

Sinti Union Schleswig-Holstein

Soziale Bildung e.V.

Sprecher*innenrat der Interessengemeinschaft niedersächsische Gedenkstätten und Initiativen zur Erinnerung an die NS-Verbrechen

Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum

  • Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
  • Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
  • Gedenkstätte Deutscher Widerstand
  • Topographie des Terrors
  • Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Stiftung Deutsches Historisches Museum

Stiftung Historische Museen Hamburg

Stiftung Sächsische Gedenkstätten

St. Pauli-Archiv e.V.

Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945

Tanzania Network e.V. 

Universitätszentrums „De/Coloniality Now“ an der Universität Freiburg

Verband der Gedenkstätten in Deutschland e.V. (VGD), Vertretung von etwa 300 Gedenkstätten, Erinnerungsorten und -initiativen, Dokumentationszentren, Stiftungen und Arbeitsgemeinschaften

Verein Ossara e.V.

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist:innen

VVN-BdA Hamburg

Wohn- und Ferienheim Heideruh | Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte

Erstunterzeichnende Personen:

Dr. Manuela Bauche, Erinnerungsort Ihnestraße, Freie Universität Berlin/ Decolonize Berlin

Prof. Dr. Sybille Bauriedl, Europa-Universität Flensburg 

Prof. Dr. Ulrike Bergermann, HBK Braunschweig

Dr. Meryem Choukri, Kulturwissenschaftlerin & Bildungsreferentin

Prof. Dr. Sebastian Conrad, Freie Universität Berlin

Dr. Ibou Diop, Kolonialismus erinnern

Prof. Dr. Dr. h.c. Astrid Erll, Goethe-Universität Frankfurt

Prof. Dr. Henriette Gunkel, Ruhr-Unviersität Bochum

Prof. Dr. Kirsten Heinsohn, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH)

Kirsten John-Stucke, Kreismuseum Wewelsburg

Dr. Stephan Malinowski, Freie Universität Berlin/ Deutsches Historisches Museum

Prof. i. r. Dr. Susanne Maurer, Philipps-Universität Marburg

Prof. Dr. Stefanie Middendorf, Lehrstuhl für Historische Diktaturforschung, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Dr. Tahani Nadim, Ruhr-Universität Bochum

Prof.*in Dr.*in Katrin Köppert, Humboldt-Universität zu Berlin

Dr. Susann Lewerenz, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Dr. Thomas Lutz, International Committee of Memorial and Human Rights Museums (ICMEMOHRI) im ICOM, wiss. Beirat

Dr. Rachel O’Sullivan, Institute of International Studies, Karlsuniversität, Prag

Dr. Frank Reuter, Forschungsstelle Antiziganismus (Universität Heidelberg)

Christof Seeger-Zurmühlen und Julia Dillmann, Theaterkollektiv Pièrre.Vers Düsseldorf, Künstlerische Leitung

Dr. Bertold Scharf, Institut für Digitale Teilhabe, Hochschule Bremen

Mitzeichnende Personen: 

Dr. Aischa Ahmed, Historikerin

Andrea-Vicky Amankwaa-Birago, Vorstandsvorsitzende des Vereins Anton Wilhelm Amo Heritage Society e.V.

Prof. Ulf Aminde, Weißensee Kunsthochschule Berlin

Norman Aselmeyer, Wadham College, University of Oxford

Prof. Dr. Maisha M. Auma, Wissensnetzwerk Rassismusforschung, Regionalnetzwerk OST, Hochschule Magdeburg-Stendal 

Juana Awad, Gastdozentin Universität der Künste Berlin

Dr. Christoph Balzar, Provenienzforschung zu kolonialen Wissenschaftssammlungen, Universität Freiburg

Prof. Dr. Heike Becker, Department of Anthropology, University of the Western Cape (Emerita), Kapstadt/Berlin

Prof. Dr. Daniel Bendix, Theologische Hochschule Friedensau

Prof. Dr. Manuela Boatcă, Universität Freiburg

Frank Bösch, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung

Dr. Anna-Maria Brandstetter, Institut für Ethnologie und Afrikastudien, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Prof. Dr. María do Mar Castro Varela, Alice-Salomon-Hochschule, Berlin

PD Dr. Ercüment Celik, Institut für Soziologie und Universitätszentrum De/Coloniality Now, Universität Freiburg

Prof. Dr. Bettina Fritzsche, Institut für Erziehungswissenschaft, Pädagogische Hochschule Freiburg

Prof. Dr. Joël Glasman, Kulturwissenschaftliche Fakultät, Universität Bayreuth

Prof. Dr. Nadja Germann, Universität Freiburg

Dr. Minu Haschemi Yekani, Freie Universität Berlin

Heike Hartmann, Museum Charlottenburg-Wilmersdorf

Prof. Dr. Marianne Hirschberg, Universität Kassel 

Frank -Matthias Hofmann, Kirchenrat a.D., Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit im Saarland

Prof. Dr. Isabelle Ihring, Soziale Arbeit, Evangelische Hochschule Freiburg

Dr. Mèhèza Kalibani, Geschichts- und Kulturwissenschaftler, Kurator

Jan Kawlath, Historiker-Genossenschaft, Hamburg

Prof. Dr. Gertraud Koch, Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Hamburg

Prof. Dr. Reinhart Kößler (i.R-)

Thomas Krüger, Präsident a. D. der Bundeszentrale für politische Bildung

Dr. Yann LeGall, Technische Universität Berlin

Dr. Sabine Mannitz, PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung

Prof. Dr. Gabriele Metzler, Humboldt-Universität zu Berlin

Dr. Christfried Naumann, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Dr. Johanna Pink, Direktorin des Universitätszentrums „De/Coloniality Now“ an der Universität Freiburg

Prof. i.R. Dr. Regina Römhild, Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Dr. Michael Rothberg, Professor of English and Comparative Literature, 1939 Society Samuel Goetz Chair in Holocaust Studies, UCLA, USA

Riccarda J. Schneider, Independent Researcher (Literaturwissenschaftlerin & Historikerin)

Prof. Dr. Katharina Schramm, Sozial- und Kulturanthropologie, Universität Bayreuth 

Paul Spies, Museumsberater und Präsident von ICOM Deutschland

Christian Strippel, Weizenbaum-Institut, Berlin

Volker Strähle, Gedenkstätte Münchner Platz Dresden / Stiftung Sächsische Gedenkstätten 

Dr. Kim Todzi, Fachbereich Geschichte, Universität Hamburg

Dr. Heiko Wegmann

Prof. i.R. Dr. Michael Wildt, Humboldt-Universität zu Berlin 

Dr. Franzisca Zanker, Arnold Bergraesser Institut

Dr. Joachim Zeller, Historiker, Afrikahaus Berlin

Prof. Dr. Aram Ziai, Universität Kassel 

Prof. Dr. Dominik Zink, Interkulturelle Germanistik Freiburg

Kontakt:
aufarbeitung@kolonialismus.org

(Arbeitsgemeinschaft KZ-Gedenkstätten; Arbeitsgemeinschaften Gedenkstätten zur Diktatur in SBZ und DDR; Decolonize Berlin e.V., Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors, Verband der Gedenkstätten e.V. (VGD))

Die Liste wird fortlaufend aktualisiert auf der Seite: https://www.gedenkstaettenforum.de/aktivitaeten/kampagnen/hamburger-aufruf-zur-aufarbeitung-des-kolonialismus