hma-meldungen 8-2026

16. April 2026

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Sellner on Tour

Ettlingen/Düsseldorf. In Ettlingen fand Ende März eine Veranstaltung mit Martin Sellner statt. Die Veranstaltung mit dem ehemaligen Kopf der extrem rechten Identitären Bewegung in Österreich konnte ohne Störungen stattfinden. Für den Pächter der Räumlichkeit, in der diese Veranstaltung stattfinden konnte, bedeutet es das berufliche Aus an diesem Ort. Das Pachtverhältnis des Fußballvereins FV Ettlingenweier mit dem Pächter seines Vereinsheimes, der „Esskultur“, ist zum 1.April beendet worden. Der Verein gab bekannt, dass er die Zuschauer bei Heimspielen erst einmal selbst verpflegen wird. Empörung über einen Auftritt von Sellner auch in Düsseldorf.  Hier hatte der extrem rechte Buchautor („Remigration. Ein Vorschlag“, „Regime Change von rechts“) eine Lesung seines Buches durchgeführt. In einer für Sonderfahrten gemieteten historischen Rheinbahn. Der Buchautor hatte seine Lesung in Düsseldorf auf „X“ für den 8.April angekündigt. Da hatte die Lesung längst stattgefunden. Sellners Taktik, um den politischen Gegner auf die falsche Fährte zu locken. Fotos von der Fahrt hatte Sellner selbst in Sozialen Medien gepostet. Nach Auskunft der Düsseldorfer Rheinbahn war die Fahrt schon vor Ostern durchgeführt worden.  Angemeldet als „private Veranstaltung im Freundeskreis“. Annette Grabbe vom Vorstand der Rheinbahn AG zeigt sich schockiert und will den Vorfall vollständig aufarbeiten und auch rechtliche Schritte prüfen. Die Fahrzeuge der Rheinbahn seien kein Ort für politische Kampagnen (hma).

„Hayek-Tage“ in Münster

Münster. Die für den 22. und 23.Mai im Münsteraner Atlantic-Hotel geplanten „Hayek-Tage“ der Friedrich August von Hayek-Gesellschaft e.V. werfen ihre Schatten voraus. Eingeladen sind dort nicht nur der ehemalige Ifo-Chef Hans-Werner Sinn und die „Wirtschaftsweise“ Veronika Grimm (TU Nürnberg), sondern auch Stefan Homburg, langjähriger Direktor des Instituts für Öffentliche Finanzen an der Universität Hannover. Der pensionierte Professor „Homburg sollte nun wirklich Persona non grata sein“, kritisiert der Statistiker Jonas Dovern (Uni Erlangen-Nürnberg). Dessen „Kritik am Euro oder den Rettungsfonds oder eine Steuerrede auf einem AfD-Parteitag  verzieh man Homburg noch – Corona-Kritik und Klimaskepsis, formuliert in deutlicher Sprache waren dann der Tabubruch“, schreibt die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (15/2026). Und Dovern moniert zudem eine Nähe  zu Verschwörungstheorien und Sexismus – damit sei man nicht mehr „Teil der seriösen Gesellschaft“, mahnte er. Kritik gibt es auch an der geplanten Verleihung der „Hayek-Medaille“ an den US-Politiker Ron Paul für dessen Lebenswerk. Der langjährige US-Kongressabgeordnete der Republikaner gilt als libertärer Isolationist und Neocon-Kritiker. 2008 veröffentlichte „The New Republic“ Auszüge aus Newslettern, die in den 1980er und 1990er Jahren unter dessen Namen veröffentlicht worden waren. Diese enthielten Kommentare, die als rassistisch, homosexuellenfeindlich und verschwörungstheoretisch kritisiert wurden. Verbindungen unterhält Ron Paul auch zu der weit rechts stehenden John Birch Society. Den „Netzwerkpreis“ der „Hayek-Gesellschaft“ geht in diesem Jahr an das „Bündnis Redefreiheit“. Zu den zahlreichen Initiatoren und Erstunterzeichnern dieses Bündnisses gehören nicht wenige Personen, die dem rechten bzw. neurechten Spektrum zugeordnet werden können oder gute Kontakte dorthin haben (hma). 

„Die Heimat“-Demo am 1.Mai in Essen

Essen. Am 10.April hat die extrem rechte „Die Heimat“ – früher NPD – wieder einen ihrer „Offenen Abende“ im Essener Stadtteil Kray durchgeführt. Der Jugendverband „Junge Nationalisten“ hielt dort einen Vortrag über deren Europapolitik und die Teilnahme an einer gemeinsamen Demonstration in Flandern. Anschließend zogen die Teilnehmer – von Gegenprotesten begleitet – in einem Demonstrationszug durch den Stadtteil. Dort gab es dann Reden von Claus Cremer („Die Heimat“) und von Sven Skoda (freier Aktivist). Für den 1.Mai hat „Die Heimat“ eine bundesweit beworbene Demonstration in Essen angekündigt. Bis zu 500 Teilnehmer werden erwartet. Unklar sind bisher Startpunkt und Verlauf der Demonstration. Angemeldet ist eine Demonstration zwischen 13 und 22 Uhr „im Bereich der Innenstadt“. Die DGB-Demo an diesem Tag wird um 12 Uhr im Stadtteil Rüttenscheid am Markt starten und bis 13 Uhr auf den Burgplatz in der Innenstadt ziehen. Gegen den Neonazi-Aufmarsch sind bislang rund zwei Dutzend Gegenveranstaltungen bei der Polizei Essen angemeldet worden (hma).